Autor Thema: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche  (Gelesen 19533 mal)

TangoKilo

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Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« am: 21. September 2009, 20:55:29 »
Hallo zusammen,

irgendwie ist bei mir z.Zt. etwas der Wurm drin. Erst stecke ich meine Katana in die Erde,
dann fliegt mir doch in der Rhön jemand durch meinen Freestyler.
Hab ihn innen am Flügel erwischt und ihm seinen Flügel am Querruder glatt durchgetrennt.
Er fiel vom Himmel und ich hab ne dicke Macke im Schalenflügel bis zum Holm.
Mir fehlen praktisch 10 - 15 cm Flügelvorderteil.
Nun bin ich dabei, den Flügel zu reparieren. Da wir ja auf dem Platz schon einmal das Thema
Reparieren von GFK - Flügeln hatte, wäre ich bereit, die Reparatur hier mit Bildern zu dokumentieren.
Vorausgesetzt, Ihr hättet Interesse.
Sacht watt,
TangoKilo

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Elektro Peter

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Re: Dumm gelaufen
« Antwort #1 am: 21. September 2009, 22:07:01 »
Hallo alleine,

gute Idee, auch wenn ich noch lieber eine Fotostrecke von Dir gesehen hätte, wie Du die Katana reparierst!  8-)

Spass beiseite: Fang an, ich nagle das Thema (zum Nachschlagen) dann oben fest.

Gruß,
Peter

wishmaster76

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #2 am: 22. September 2009, 08:12:03 »
Hier, ich wollen auch sehen!
Boah ey der geht :-)

TangoKilo

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #3 am: 22. September 2009, 11:12:54 »
Dann geht es mal los:

Zunächst einmal habe ich den Flügel um die schadhafte Stelle versäubert, um später die neuen Teile sauber einpassen zu können.
So sieht der Flügel jetzt aus:

Oberseite:



Unterseite:



Nun habe ich gestern Abend den Bereich neben dem Loch großzügig mit Trennwachs und anschließend mit Trennlack behandelt.
Damit dieser Bereich besser bearbeitet werden kann, habe ich mit Tape einen Rand abgeklebt.
Als nächsten Schritt habe ich Harz angerührt und von innen nach aussen:
1 Lage 110 gr. Köper Glasgewebe,
2 Lagen 160 gr Kohle und abschließend
1 Lage 25 gr Glasgewebe aufgebracht.

Damit das Gewebe insbesondere im Bereich der Nasenleiste sauber am Flügel anliegt
und um schon eine relativ glatte Oberfläche zu bekommen, wird nun breites Tesa Bahn für Bahn über
das nasse Laminat um die Nasenleiste herumgezogen.

Das sieht dann so aus:

oben:



unten:



Danach ging es bis heute Morgen in die Heizung.

Heute Morgen wurde dann das Tape entfernt und das Bauteil vom Flügel gezogen.
Nachdem der Rand fürs Foto gesäubert war, blieb das hier übrig:




Den Bereich des Flügels, wo das Bauteil entstand, sieht jetzt noch so aus:



Hier wird, nach einer Behandlung mit Waschbenzin nichts mehr zu sehen sein.
Das so entstandene Bauteil wird im nächsten Schritt in das Loch eingepasst werden und von unten (innen)
mit schmalen Streifen Kohleband verklebt.
Es deckt das Loch schon jetzt sauber ab, aber es muss ja rein und nicht drauf:



Auf der Waage zeigt das neue Bauteil, wenn es passend gemacht wurde, ein Gewicht von ca. 16 gr.
Bevor das Loch aber verschlossen wird, kommt heute Abend erst einmal die Unterseite an die Reihe.
Auch wenn jetzt bemängelt werden kann, dass der Bereich, in dem die neuen Teile entstehen ja
weiter aussen im Flügel laminiert werden und somit
aufgrund der Trapezform kleiner sind, als die Stelle war, an der sie benötigt werden, wird dieser Umstand dadurch ausgeglichen, dass diese Teile ja auf dem eigentlichen Flügel entstehen und somit etwas dicker sind,
als die Stelle, an der sie entstanden.
Es wird schon recht genau passen, denke ich.
Da aber sowieso abschließend über die neue Oberfläche gespachelt und geschliffen wird,
bevor Lack aufgetragen wird, sollte die Originalkontur schon recht genau neu entstehen.

So, das wars für heute, morgen mehr,
TangoKilo

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #4 am: 23. September 2009, 08:50:53 »
gestern Abend ist es weiter gegangen:

wie bereits bei der Oberseite beschrieben, habe ich gestern die Unterseite hergestellt:



heute Morgen dann das Trennen vom Flügel und fürs Foto verputzen:



Auch dieses Teil ist brauchbar, Aufbau ist der selbe, wie bei der Oberseite. Gewicht später 7 gr.

Passen tut es auch:



Spannender wird es heute Abend, da werden die beiden Teile eingepasst und die Oberseite eingebaut. Die Unterseite kommt dann einen Tag später dran.
Das gleichzeitige Einbauen beider Teile ist mir zu unsicher, da ich gleichzeitig noch Verstärkungen einbauen möchte, die bewirken sollen, dass beim späteren Spachteln und schleifen, die Teile nicht eindrückbar sind und so dann Wellen entstehen.
Dazu aber später mehr ...
TangoKilo

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TangoKilo

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #5 am: 25. September 2009, 09:59:00 »
Hallo Mädels,

es geht weiter im Beseitigen von Kampfspuren:

Das Bauteil für die Flügeloberseite hab ich gestern an den Ausschnitt im Flügel angepasst:



eingepasst sieht es schon sehr gut aus. Wenn es kleine Spalte gibt, macht das nichts,
da so eine bessere Verklebung zwischen Fläche und Bauteil erreicht wird:



Im nächsten Arbeitsgang werden die Ränder der Unterseite grob angeschliffen, damit die Verklebung auch hält:



Nun muß das Teil am Flügel in seiner endgültigen Position fixiert werden.
Dies könnte man mit Tesa - Film machen, was ich aber nicht für optimal halte. da, wenn man von unten Gewebe auf die Schnittfläche
aufbringt und man mit dem Pinsel tupft, die Gefahr sehr groß ist, das Bauteil wieder vom Flügel wegzudrücken.
Ziel sollte aber sein, das Bauteil so zu fixieren, dass es keinen Höhenversatz zum Flügel hat.
Hierfür wende ich einen Trick an:
eine durchsichtige 0,5 mm dicke PVC - Folie wird mit Teppichklebeband belegt und als Verbinder benutzt.
Das sieht dann so aus:



So ist gewährleistet, dass sich da nichts mehr verschieben, oder abheben kann.
Auch im Bereich der Nasenleiste passt alles sehr gut:



Von Innen sieht es jetzt so aus:



Jetzt wird von Innen zunächst reines Epoxydharz (natürlich mit Härter) über die Trennstellen gestrichen. Dies läuft dann schön in die noch
vorhandenen Spalte und verklebt alles an den Stirnseiten.
Dann wird angedicktes Harz über die Trennstellen gestrichen. Diese Pampe ist noch lauffähig und besteht zum Großteil aus Baumwollflocken.
Dies aus dem Grund, damit ein zäher Verbund entseht und keine Spröde Spachtelmasse, die es gegeben hätte, wenn das Harz nur mit
Microballons angedickt worden wäre.
Diese Schicht gleicht die Höhenunterschiede zwischen dem Flügel, der durch die Sandwichbauweise (Stützstoff) ca 1,5 mm dick ist und dem
Kohlebauteil, welches nur ca 0,7 mm dick ist. Diesen Absatz würde man nur mit Gewebe nicht schlüssig überbrückt bekommen.
Letztendlich kommt nun eine doppelte schicht Glasgewebeband über die Nahtstelle. Eine Lage 220 gr und eine abschließende 120gr,
welche links und rechts jeweils 5 mm breiter ist als dickere darunterliegende.
So hat man in Bezug auf die Krafteinleitung in das eingefügte Bauteil einen homgeneren Übergang.
Aussehen tut das ganze dann fertig so:



Bevor das ganze jetzt in die Heizung geht zum trocknen, muss noch die Nasenleiste wieder hergestellt werden. In diesem Bereich liegen ja
im Moment nur die beiden Schalen (unten und oben) stumpf aufeinander. Hier kann man nicht sauber anliegend Gewebe aufbringen. Aus diesem
Grund wird hier wieder mit angedicktem Harz (Baumwollflocken) gearbeitet.
Dieses wird als Raupe in die Nasenleiste eingebracht. Da auch dieses Gemisch noch gerade eben lauffähig ist, legt es sich jetzt schön an der
Nasenleiste an. Damit dies auch geht, wird der Flügel zum Trocknen auf die Nasenleiste gestellt und fixiert.

Hat man alles richtig gemacht, sieht es am nächsten Tag so aus:



Heute morgen hab ich dann noch auf der Unterseite einen Kleberand aus 0,6 mm dicken GFK - Streifen angebracht. Auch diese müssen
gut angeschliffen werden, damit alles später hält. Geklebt habe ich hier mit UHU - Endfest. Agedicktes Epoxydharz wäre auch gegangen.
Dieses Vorgehen ist nötig, da ich ja durch die inzwischen geschlossene Oberseite nicht mehr ins innere des Flügels komme, um dort,
wie oben Gewebe auf die Schnittkante aufzubringen.

Hier ein Bild vom derzeitigen Zustand:



Heute Abend wird dann das Bauteil der Unterseite auf den Rand aufgebracht. Am Holm wird vorher noch ein Rand modelliert, damit das Teil
auch dort einen Verbund eingehen kann.
Morgen wird der Flügel dann wieder verschlossen sein. Dann bekommt er noch ne Lage Spachtel und Grundierung, damit er ab Sonntag
in der Rhön wieder auf Abfangkurs gehen kann.
Ich hoffe aber, dass es morgen noch einmal Bilder geben wird.
Wie dann die Endverarbeitung aussieht, gibt es hier dann nach meinem Urlaub.
TangoKilo

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Elektro Peter

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #6 am: 25. September 2009, 10:34:10 »
Jetzt muss ich doch auch mal loben: Ein sehr schöner Beitrag ist das bis jetzt geworden! Gut beschrieben und auch gute Bilder dazu gemacht.

Mich interessiert jetzt noch, was Du als Heizung benutzt. Irgendwas aus Gabis Küche kann das ja wohl nicht sein ...

Gruß,
Peter

TangoKilo

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #7 am: 25. September 2009, 10:58:42 »
Hallo Peter,

danke für´s Lob, höre ich gerne.

Wenn ich von Heizung spreche, meine ich unseren Heizungsraum,
in dem es ein bisschen wärmer ist, als sonst im Haus.
Bei normalem Harz reichen da 22 - 24 Grad C.
TangoKilo

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Moin-Bernd

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #8 am: 25. September 2009, 20:31:02 »
Wenn Du die gleiche Baugeschwindigkeit bei der ASW fortführst, wirds dieses Jahr noch was mit dem Erstflug... ;)
Ansonsten fettes Lob für den klasse Bericht.

Mario

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #9 am: 25. September 2009, 22:37:31 »
SUPER !!!!!!!!!!!!!!!!
Wann gehst du noch mal in Rente ??????
Habe da auch noch eine Rep.....   ::)

Gruß Mario

TangoKilo

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Re: Dumm gelaufen - Reparatur einer GFK-Fläche
« Antwort #10 am: 26. September 2009, 00:02:27 »
Hallo zusammen,

danke für die Blumen.
@Mario: so lange willst du nicht warten.
@Bernd: da ist was dran.

wie versprochen, ist es heute Abend weiter gegangen.
Der Rand der Unterseite wurde komplettiert und das Teil eingepasst.

So sah das dann vorhin noch aus:



Damit später beim Schleifen die Teile nicht nach innen ausweichen, habe ich noch aus Styrodur eine Rippe eingepasst.

Anschließend wurde dann wieder Harz angerührt, wie bereits beschrieben mit viel Baumwollflocken und etwas Microballons.
Dieses Gemisch muss noch gut verlaufen können.
Nun wurde der Rand entsprechend eingeschmiert und im Bereich der Nasenleiste eine dickere Raupe Harz eingebracht.
Diese läuft später bei der senkrechten Lagerung der Fläche sauber in die Rundung und härtet zu einer festen Nasenleiste aus.
Vor dem Verschliessen sah es so aus:



In diesem Stadium wurde das Bauteil eingebracht. Auch hier wieder, wie bei der Oberseite erfolgt das Fixieren mittels PVC und Teppichband.
Würde man das Teil nur auflegen und Tesa darüberkleben, würde das Bauteil um einen halben mm nach innen einfallen können.
Zusätzlich wurde die Nasenleiste noch mit einem Streifen Tesa versiegelt, damit die Raupe Epoxidharz hier nicht herauslaufen kann.
Hier ein Bild dazu:



Die Nasenleiste sieht schon richtig gut aus, da wird nicht viel Spachtel nötig werden:



Morgen kommt noch eine dünne Schicht Spachtel auf den Reparaturbereich, anschließend geschliffen und dann muss erst einmal gut sein.
Drückt mir die Daumen, dass nicht wieder was im Weg rumfliegt.
over und out ....
TangoKilo

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